Raimund Sichmann

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DATEV Fragen

Verwendest du/verwenden Sie DATEV-Lösungen?

Das Problem vieler Cloud-Anbieter ist, dass sie aufgrund neuer Richtlinien (PSD2) nicht mehr mit den Banking-Zugangsdaten der Nutzer*innen in Verbindung kommen dürfen. Die DATEV ist mit Unternehmen Online (DUO) direkt betroffen und stellt die eigene PIN & TAN-Schnittstelle am 14.09.2019 ein.
Die DATEV informiert hier umfangreich über das Thema und unterstützt euch/Sie mit einem Bot-Assistenten:
www.datev.de/zag

Lösungsmöglichkeiten

Soll PIN und TAN weiter verwendet werden?
DATEV gibt die FinTS/HBCI-Schnittstelle auf und stellt beim PIN und TAN-Verfahren auf die PSD2-konforme Schnittstelle der finAPI GmbH um. Über die zu erwartenden Einschränkungen informiert die DATEV unter anderem hier:
externer Link

Der Leistungsumfang der neuen Lösung ist eingeschränkt. Entgegen der DATEV Aussagen handelt es sich nicht um die HBCI-Schnittstelle, die weiterhin Lastschriften und Sammelbuchungen unterstützt, sondern um eine neu geschaffene Schnittstelle, die nicht für den Zahlungsverkehr sondern für den Schutz der Verbraucher gedacht ist.  

Inzwischen ist eine Tabelle verfügbar, die die Einschränkungen der neuen "Lösung" im Vergleich zu den Alternativen zeigt: https://apps.datev.de/dnlexka/#/document/1034302

Wann meines Erachtens die Umstellung des PIN & TAN-Verfahrens auf die finAPI sinnvoll ist:
wenige Buchungen
keine Lastschrifteinreichungen
keine Terminüberweisungen
keine Auslandsüberweisungen (außerhalb SEPA)

Eine der drängendsten und häufigsten Fragen: Sammelbuchungen werden von uns unterstützt.
 

Import- und Export in ZV-Programme

Unsere Programme GLS eBank, die VR-NetWorld Software oder Profi cash, laufen auf dem eigenen Computersystem und können weiter genutzt werden. Viele Kunden*innen nutzen die Import- und Export-Möglichkeiten für Zahlungen und Umsätze seit Jahren. Da unsere Programme mit der elektronischen Signatur arbeiten können (wir empfehlen die besonders gut gesicherte Chipkarte), ist auch die Verarbeitung mehrere Einzelpositionen nicht aufwändiger, da nicht jede Buchung mit einer TAN freigegeben werden muss. Da wir unsere eigenen Programme besser kennen, können wir auch besser unterstützen, sollten technische Probleme auftreten.

Upload über den Browser

Eine Alternative kann auch die Erzeugung einer Buchungsdatei mit Upload im "Erweiterten Onlinebanking" sein. Bei seltenen Buchungsläufen (z.B. jährlichen Mitgliedseinzügen ist das durchaus praktikabel. Einzelbuchungen werden aber nicht unterstützt und eine Freischaltung des "Erweiterten Zugangs" ist unter Umständen nötig.

 

RZ-Bankeninfo

Viele Kunden*innen lassen die Buchungen über DATEV RZ-Bankeninfo (bei uns aktuell kostenlos!) automatisiert in die Buchhaltungssysteme laufen. Bei dem Verfahren arbeitet die DATEV als sogenanntes Service-Rechenzentrum. Sie holt in der Nacht die Tagesumsätze ab, verteilt diese an die Steuerbüros und Mandanten. Bei diesem Verfahren ist auch die Aufschlüsselung der Sammler auf Antrag möglich. Ein weiterer Vorteil ist die automatische Verarbeitung. Die DATEV stellt ein abgestimmtes Formular zur Verfügung, dieses muss vom Kontoinhaber rechtsverbindlich unterschrieben werden, weil die Bank vom Bankgeheimnis befreit wird.

Umstellung auf EBICS

Die EBICS-Schnittstelle ist von den PSD2-Regelungen ausgenommen, da EBICS keine Verbraucher adressiert und auch technisch nicht in Echtzeit arbeitet. Zudem ist sie für den Zahlungsverkehr großer Mengen gedacht ist. Die Verarbeitung erfolgt daher immer verzögert. Im Gegensatz zum TAN-Verfahren kann auch bei der DATEV mit einer elektronischen Unterschrift gearbeitet werden. EBICS kennt nur Sammelbuchungen. Die Auflösung von Sammelbuchungen in die elektronischen Umsatzdaten ist möglich, Einzelbuchungen auf dem juristischen Auszug (Papier/PDF) ist nicht möglich.

Sonderfall Einzelauflösung: Batchbooking entfällt

Die  Einzelverarbeitung von vielen Einzel-Aufträgen ist mit einem TAN-Verfahren müheselig, weil jede Buchung einzeln autorisiert werden muss. EBICS kennt sowieso nur Sammelbuchungen und ist daher keine Alternative. Sammler können lediglich über die sogenannte Batchbooking-Funktion als Einzelbuchungen beauftragt werden. Diese Option wurde bislang auf Antrag am Konto aktiviert, entfällt aber mit einer technischen Umstellung am 20.07. 2019. Ist die Einzelverarbeitung vieler Aufträge notwendig, damit Buchungen auf dem Kontoauszug (Papier/PDF) einzeln ausgewiesen werden, scheint mit der Export der Buchungsaufträge in eine separate Zahlungsverkehrssoftware am sinnvollsten zu sein. Dort können mit einem Signaturverfahren (HBCI-Chipkarte) viele Einzelaufträge "in einem Rutsch" unterschrieben und übertragen werden.

Dieses Thema in der DATEV Hilfe:
>> https://www.datev.de/dnlexom/client/app/index.html#/document/1070760

>> futopolis: Import von Sammel-Buchungen in GLS eBank und Weiterverarbeitung als Einzelauftrag

 

12.08.2019: Der Umstieg auf finAPI beginnt

Die Umstellung auf die neue Schnittstelle geschieht chargenweise, für den Zahlungsverkehr ist das neueste Service-Release Voraussetzung.

Informationen weiterhin dazu:
https://www.datev.de/web/de/top-themen/steuerberater/weitere-themen/eu-zahlungsdiensterichtlinie-psd2/neues-pintan-verfahren/

Herzliche Grüße
Raimund Sichmann

Dieser Eintrag ist als lebende Online-Hilfe konzipiert. Bitte stellt/stellen Sie Fragen!

(zuletzt geändert am 14.08.2019)

Raimund Sichmann

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Über den aktuellen Stand berichtet die DATEV in der Community hier:
https://www.datev-community.de/thread/20519

Trotz der Anfangsprobleme empfehlen wir zumindest vorerst weiterhin den Wechsel auf die finAPI mit der FinTS/HBCI Lösung, da bei vorhandenen, nutzbaren PIN & TAN-Zugängen auf der Bankseite keine Freischaltungen und Einstellungen oder gar Verträge (EBICS) nötig sind.
Jeder PIN & TAN-Zugang sollte daher nutzbar sein.
www.gls.de/hbci

Ein Test ist übrigens sehr einfach durchzuführen. Unsere APP GLS mBank verwendet ebenfalls "HBCI" (eigentlich FinTS) und damit den gleichen Zugang wie die finAPI GmbH mit deren HBC/FinTS-Zugang.

Herzliche Grüße

Raimund

Raimund Sichmann

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Die letzte Stellungnahme der DATEV dürfte eine Erleichterung für viele Nutzer*innen darstellen: https://www.datev-community.de/thread/20154

Die Umstellung der Schnittstelle auf den neuen Anbieter wird zwar weiterhin "durchgezogen", die finAPI (eine Tochter der Schufa) wird aber zusätzlich die FinTS-Schnittstelle nutzen können. Damit bleibt dann der Lastschrifteinzug, der über die neue PSD2-Schnittstelle nicht unterstützt wird/werden muss, erst einmal möglich.

Der Umstieg, die Neuinitialisierung ist also in jedem Fall nötig, genauso wie die TAN-Eingabe beim Umsatzabruf.

Dazu benötigt man also weiterhin einen gültigen PIN&TAN-Zugang, also VR-NetKey oder Alias (möglichst ohne Sonderzeichen) und eine gültige PIN, sowie ein freigechaltetes TAN-Medium. Nähere Auskünfte und Hlfen kann nur der DATEV-Support liefern.

Herzliche Grüße
Raimund Sichman

 

Raimund Sichmann

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Die DATEV eG hat ihre Informationen zum Leistungsumfang ihrer neuen Schnittstelle in einer neuen Tabelle aktualisiert. https://apps.datev.de/dnlexka/#/document/1034302 Für alle PIN&TAN-Nutzer*innen, die ihren Zahlungsverkehr über ein DATEV-Angebot mit FinTS/HBCI mit PIN&TAN abgewickelt haben, ergibt sich also Handlungsbedarf, wenn: - Lastschriften gebucht werden - Sammelaufträge, Terminbuchungen oder Auslandsaufträge genutzt werden sollen oder müssen. Im Umkehrschluss: Wer mit Einzelüberweisungen leben kann, die jeweils mit einer TAN freigegeben werden und sofort übertragen werden können, sollte die neue Schnittstelle nutzen. Herzliche Grüße Raimund Sichmann ps: Persönlich finde ich es äußerst verwirrend, dass die DATEV bei der FinAPI weiterhin von HBCI mit PIN&TAN spricht...