Michael Spies

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Der neue Geist im Unternehmertum

Ein neuer Geist hat die unternehmerisch denkenden Menschen erfasst und ist dabei, eine neue Art von Unternehmen weltweit als „new normal“ zu etablieren - ich meine damit die Bewegung, welche eine Alternative zum bestehenden Wirtschaftssystem bietet und eine andere Verantwortlichkeit zu seinen Kernwesenselementen zählt; eine Verantwortlichkeit, die weniger materiell, denn immateriell ist; eine Verantwortung, die sich gegenüber der Natur, der Umwelt und den Mitmenschen bewusst ist.

Diese wachsende, globale Bewegung von Menschen, welche Ihr Unternehmen als Kraft für das Gute nutzen ist im Aufwind - nicht nur seit Jahrzehnten, sondern gerade in Zeiten der Pandemie zeigt sich die Nützlichkeit und Ausdauer des Netzwerks.

Unternehmertum in seiner reinsten und ursprünglichen Bedeutung ist das Lösen von Problemen. Unternehmer, die von diesem neuen Geist erfasst wurden, übertragen diese Aufgabe nun in das soziale System der Gesellschaft. Als solche bieten sie unternehmerische Lösungen für soziale Probleme.

Es sind die Art von Unternehmern, welche erkannt haben, das die drängendsten Probleme unserer Zeit nicht länger allein von Regierungen gelöst werden können, sondern von - im wahrsten Sinn des Wortes - Unternehmern.

Als solche haben sie sich entschieden, aufzustehen und für positive Veränderung zu kämpfen

Die gängige Bezeichnung für diese neue Generation von Unternehmern ist deshalb Soziale Unternehmer, die der neuen Bewegung oder Ökonomie als B Ökonomie (wobei das „B“ ebenso für die alphabetische Reihenfolge nach der noch vorherrschenden A Ökonomie steht, wie auch für „B the change“ - siehe weiter unten)

Bin ich ein sozialer Unternehmer?

Woraus besteht dieser „neue Geist“? Wie kann jemand von sich behaupten, er gehöre zu dieser neuen Art von Unternehmern? Ich werde im folgenden versuchen, etwas Hilfestellung dabei zu leisten und diesen neuen Geist anhand seiner Werte kurz charakterisieren:

Starke Vision

Soziale Unternehmer haben eines gemeinsam bezüglich ihrer Vision: Nachhaltigkeit. Sie haben begriffen, das ihre eigene Existenz (sowohl als Persönlichkeit, wie auch ihres Unternehmens) nur dann gesichert ist, wenn es auch für nachfolgende Generationen noch eine lebenswerte Umwelt gibt. Sie haben verstanden, dass wir letztlich alle voneinander und von der Umwelt abhängig sind. Es ist nicht nur Profit, der sie antreibt, sie bewegt, sondern ein höherer Zweck - ein Zweck, in dem Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle spielt.

Soziale Unternehmer sind sich Ihrer Macht und Ihres Einflusses im System bewusst und nutzen beides, um die Zustände der Welt zu verbessern. Macht und Einfluss sind die essentiellen Werte, die jeder Mensch haben sollte, der das Bedürfnis in sich spürt, etwas verändern zu wollen, der frei sein will, um die Lebenszeit aufbringen zu können, die er braucht, um die Welt besser zu machen.

Von Unternehmern formuliert ist diese Vision ein SMARTES Ziel. Sie ist keine Fiktion oder gar Utopie und der Unternehmer ist kompetent und „realistisch“ genug, um die Maßnahmen, die nötig sind, um seine Vision zu realisieren, in seine Planung und Handlungen einfliesen zu lassen. Soziale Unternehmer wissen, was zu tun ist und was sie tun können, um ihre Vision zu realisieren. Diese Vision steht für eine transformative Veränderung. Soziale Unternehmer sind Agenten des Wandels.

Diese Vision drückt sich in Ihrem höheren Zweck aus: sei es, das ihre Vision in einer Welt ohne Hunger, mit sauberem Wasser, ohne Kriminalität, oder Kampf gegen Kindesmissbrauch, Sexhandel oder für finanzielle Bildung besteht - alle haben sie gemeinsam, das der höhere Zweck Ihres Unternehmens darin besteht, Lösungen für diese Art von sozialen Problemem zu bieten.

Höherer Zweck:

Soziale Unternehmer sehen sich als die Speerspitze für wahre, gesellschaftliche Transformation. Soziale Unternehmer bauen Unternehmen auf, die Sinn machen und gleichzeitig eine soziale Mission erfüllen. Sie wissen, dass sie die Veränderung sind, die sie in der Welt suchen. Ihre Vision ist davon getragen, wie groß ihre positiven Umwelt- und sozialen Auswirkungen sind und daran wird der Erfolg ihres Unternehmens gemessen. Dieser höhere Zweck bestimmt auch die Kultur, die Philosophie und das Image des Unternehmens - und nicht zuletzt ist er oftmals der einzige Grund für die Motivation des Gründers.

Positive Auswirkungen

Wenn ein sozialer Unternehmer Lösungen bietet, so sind diese Lösungen immer in einer Gesamtheit zur Natur, Umwelt und den Mitmenschen angelegt. Sie sind holistisch. Das Hauptziel eines sozialen Unternehmens ist nicht die Maximierung von Profit, sondern die Lösung von sozialen Probelemen. Das ist der Unterschied zwischen einem sozialen und einem "old-school" Unternehmen.

Die Auswirkungen die entstehen, wenn soziale Unternehmer im System aktiv sind, sollen per definition nachaltig sein. Ihnen geht es nicht um einen schnellen Erfolg; ihr ROI soll nachhaltig sein; ihre Veränderung von dauerhaftem, positiven Nutzen für die Gesellschaft. Ihre Wertschöpfung ist intrinsich, woraus sich ihre Wertschätzung ergibt.

Fokus auf Lösungen

Auch soziele Unternehmer produzieren und das, was sie im wesentlichen produzieren, sind Lösungen. Auch wird nicht mehr produziert, weil es geht, sondern weil (und wenn) es gebraucht wird. Dadurch das Soziale Unternehmer sich auf Lösungen fokusieren, produzieren sie sinnvoll. Sie wollen auch einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen, der nachhaltig ist.

Für Soziale Unternehmer sind Probleme Gelegenheiten und die Probleme zu lösen, ihr einziger unternehmerischer Fokus. Dieser Fokus wird unterstützt durch ihre Vision. Sie haben eine klare Vorstellung, wie ein Problem gelöst werden kann. Es ist diese Kombination, die sie hartnäckig darin sein lässt, ihre unternehmerischen Ziele zu erreichen. Soziale Unternehmer sind hartnäckig und besitzen eine große Vorstellungskraft.

Wieder stolz sein, ein Unternehmer zu sein

Unternehmertum hat in den vergangenen Jahrzehnten sehr stark an Sogkraft und Reputation verloren. Bis vor einigen Jahren gehörte „Unternehmer sein“ nicht zu den Wunschkarrieren derjeinigen Menschen, die ins Berufsalter kamen. Unternehmertum wurde synonym mit Habgier, Verantwortungslosigkeit und Korruption assoziiert. Unternehmer zu sein galt als „unschick“, „gesellschaftlich verpönt“ und „böse“.

Das alles hat sich geändert. Die B Corp Bewegung hat gezeigt und tut es immer noch, das es (wieder) erstrebenswert sein kann, ein Unternehmer zu sein bzw. werden zu wollen.

Allen B Corps rufe ich mutig zu: Zeigen Sie den Menschen, das es auch „gute Unternehmer“ gibt, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt und ihren Mitmenschen bewusst sind und gerade deshalb Unternehmer geworden sind, weil sie wissen, das sie nur als Unternehmer etwas wirklich verändern können - und das soziale Unternehmer die besseren Politiker sind.