johsie

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Der ökologische Nutzen eines Unverpackt-Ladens und anderes...

Da in diesem schönen Forum noch wenig los ist, sei erlaubt ein wenig zu zündeln. Das ökologische Denken ist im Mainstream angekommen. Damit blüht allerdings auch einiger Unfug auf. Hier ein paar Punkte, teils an den Bankspiegel, teils an die Bank, teils an die Community gerichtet.

 

Unverpackt Laden: 

Der ökologische Nutzen eines Unverpackt-Ladens ist sehr gering. Der Biodeutsche der dort einkauft, ist ganz einfach nicht der, der seinen Plastikmüll im nächsten Fluss entsorgt hätte. Er hätte seinen Müll fein säuberlich getrennt: Glas, Dosen, Plastik wären recycled, Restmüll verbrannt worden (womit wieder Strom erzeugt würde). Der Biodeutsche kann durch vermeiden von Plastikmüll das Problem von Plastik in den Weltmeeren nicht lösen, einfach weil es nicht sein Plastik ist, das dort schwimmt. Der ökologische Wert eines Unverpackt-Ladens ist also nahe der null. 

 

Tiny-houses:

Wie ihr selber im Bankspiegel bemerkt, ist der ökologische Nutzen von tiny-houses und Bauwägen nicht vorhanden. Eine normale Stadtwohnung hat eine dicke Außenwand, ein Bauwagen hat sechs dünne Außenwände. Das Heizen ist also sehr viel ineffektiver. Wer Lust hat in einem Bauwagen zu wohnen soll das machen, er sollte sich aber nicht einbilden das aus ökologischen Gründen tun zu müssen.

 

Extinction Rebellion

Dieser Bewegung scheint es nur so halb um die Umwelt zu gehen. Die Forderungen und Sprüche dieser Bewegung zeigen eine groteske Mischung aus Zuspitzung und Schwammigkeit: „Respect existence, or expect resistance“. Das sind keine konstruktiven Forderungen, das ist destruktive Panikmache. Ihr als bodenständiges Unternehmen solltet Abstand nehmen von derlei dubiosem Schabernack.

 

Wenn die Energie die in derlei zweifelhafte Vorhaben gesteckt wird, in die vier GLS-Forderungen gesteckt würde, wäre einiges getan. Was mir an der GLS immer gefallen hat ist eine unaufgeregte Besonnenheit. Der Lektüre der letzten zwei Bankspiegel nach, geht diese ein bisschen im Alarmismus des facebook-Aktivismus unter. GLS war schon Öko bevor es cool war, ihr braucht jetzt nicht diesen Epigonen hinterherlaufen. Bleibt doch als Bank, als Profis bei den großen Themen, bei euren vier Forderungen: Pestizidsteuer, Co2-Steuer, Grundeinkommen, Kapitalsteuer. Das sind die Großen Hebel die was bewirken. 

uha4

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Das klingt als sei für Sie Plastik im Meer der einzige Grund, der gegen unnötige Verpackungen spricht.

Jede Verpackung braucht Resourcen: Energie, Wasser und Rohstoffe. Wenn sie recycled wird, werden die Rohstoffe deutlich weniger, aber auf null geht das nie, und wenn es nur die Farben sind. Speziell Lebensmittelverpackungen sind aber oft schlecht zu recyceln und werden normalerweise auch nicht wieder zu Lebensmittelverpackungen, da Verunreinigungen nicht zu vermeiden sind, oder verbundstoffe zum Einsatz kommen.

Ein anderer Aspekt zu Unverpackt Läden: jeder bekommt die Menge die er braucht. Bei vielen Produkten ist der Verbrauch je nach Gewohnheiten sehr unterschiedlich, für normale Läden ist es aber zu aufwendig verschiedene Packungsgrößen vorzuhalten.

Anna Gehlhaar

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Mir fällt dazu nur ein, dass all diese kleinen Ideen Veränderung bringen. Man beginnt sich zu fragen: Will ich diese Kleinstmengen an Essen in Plastik eingeschweißt haben? Brauche ich ein großes Haus? Ist es nicht schöner an der Stelle, wo sonst meine Abstellkammer wäre einen Teich anzulegen? Man fragt sich eben einmal wieder, wie will ich leben? Was brauche ich wirklich? Und diese Anstrengung, also bereit sein sich ändern zu wollen, das ist eigentlich das Entscheidende, glaube ich. So viele Leute haben schon versucht aufzurechnen, welche Handlung ökologischer ist als die andere, aber da oftmals so viele Faktoren hineinspielen, lässt sich das oft beim besten Willen nicht beantworten. Meistens gewinnt einfach die Meinung des am meisten Überzeugtesten. Ich plädiere daher für eine Vielzahl an Handlungsmethoden, sodass jeder auf verschiedene Weise in dieselbe Richtung geht. Bewegung ist wichtig, Zweifeln bremst aus, denn die tatsächliche Antwort gibt es sowieso erst in der Zukunft.

doma

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Wissen Sie warum die Unverpackt Läden und Tiny Häuser so beliebt sind, obwohl es ökologisch keinen großen Unterschied macht?

Ich weiß es nicht. Mir fällt dazu ein: 

Der Effekt des unverpackten Einkaufens ist leicht zu sehen, der Gelbe Sack ist leerer. Die Folgen einer Pestizidsteuer sehe ich in meinem Haushalt nicht. Vor allem gibt das die Möglichkeit selbst etwas zu tun und zu ändern, anstatt nur ohnmächtig zuzuschauen. 

Der Traum vom Eigenheim ist größer als das ökologische Gewissen. Das Tiny House ist vor allem ein Traum und wird nur selten als Erstwohnsitz umgesetzt. Die meisten möchten dann trotz kleinem Haus einen großen Garten, und haben damit den gleichen Flächenbedarf wie ein großes Haus.