Michael Spies

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Vorbote für einen Systemwandel

Zum Thema Corona Pandemie wird und wurde schon viel geschrieben und geredet und ebenso unzweifelhaft sind die Auswirkungen auf die Wirtschaft comon sense. Unterschiedlicher Auffassung ist man nur über die Meinung, ob es sich dabei um eine kurzfristige Krise oder um ein dauerhafter Zustand handelt. Ich glaube, das letzteres der Fall ist und das die Veränderungen durch die Pandemie unumkehrbar sein werden. Ich will in diesem Artikel nur ein konkretes Beispiel aufführen, weshalb ich glaube, das die derzeitige Situation keinTrend ist, sondern eine Transformation des Systems.

Online Shops to the rescue

Mit den weltweiten Lockdowns und den Verordnungen zum Social Distancing wurde immer klarer, das Unternehmen ihre Präsenz online stärken müssen, um zu überleben. 2020 ermöglichte es Facebook Händlern generell einen Shop auf Ihrer Plattform zu eröffnen. Eine Initiative, die auf Mark Zuckerberg selbst zurückgeht. Das würde er nicht tun, würde es sich für Facebook nicht auf lange Sicht lohnen. Deshalb ist der Einstieg zunächst kostenlos - das klassische Marketing Konzept bei „freebies“: Zuerst wird über kostenlose Angebote gelockt, alles weitere kostet. Zuckerberg würde das aber nicht tun, wenn er nicht fest damit rechnete, das die Kunden (Händler) dort blieben bzw. bleiben müssen. Gut möglich, das Facebook derart viel in einen Trend investiert - ich glaube es jedoch nicht ...

Ein globales Treffen setzt die Richtlinien fest

Jedes System braucht Formen der Organisation und (technisch gesprochen) Werte für seine Prozesse. Das ist auch für das neue Wirtschaftssystem nicht anders bzw. soll es nicht sein. Demzufolge wurden auf dem Weltwirtschaftsforum 2016 die neuen Richtlinien und Randbedingungen besprochen und festgelegt. Die Rede von Klaus Schwab über den Großen Reset gilt dabei als wegweisend für die Zukunft des Systems. Die Corona-Pandemie wird dabei zum Startschuss. Themen sind unter anderem: das globale Schuldensystem der Staaten, ein nachhaltiger Kapitalismus, der Klimawandel und die Digitalisierung von Unternehmen. Spätestens nach diesem „System-Input“ wissen die einsichtigen Akteure, wie sie handeln müssen ...

Die wirklichen Entscheidungsträger im System werden aktiv

Systemtransformationen können auf zwei Arten herbeigeführt werden: entweder durch die Aktivation mehrerer Akteure im System, welche an den Knotenpunkten lokalisiert sind und die durch ihre koordinierte Aktivität Veränderungen eben gerade an diesen Knotenpunkten herbeiführen (die bekannte „tipping-point-Situation“) oder durch die Aktivität derjenigen Entscheidungsträger, welche den größten Einfluss und Macht im System besitzen. Das ist die bekannte „kritische Essenz“ Situation. Gegenwärtig wird diese angewendet (bewusst oder unbewusst), was daran zu erkennen ist, das Microsoft, Google, Amazon und Facebook - Akteure im System mit großem Einfluss und Macht - ihre Geschäftsmodelle dem „neuen normal“ längst angepasst haben und sich perfekt (neu) positionieren. Was keine Überraschung ist ...

Die Prozessualisierung im System verändert sich (bereits)

Jede Aktion (Input) im System ist Teil eines Prozesses, die Gesamtheit dieser Prozesse bestimmt die Organisationsform des Systems und repräsentiert die Prozessualiserung. Derzeit können wir beobachten wie sich einzelne Prozesse gemäß der neuen Richtlinien verändern und anpassen. Immer mehr Unternehmen bekennen sich zu einem Stakeholder-Kapitalismus, werben mit Nachahaltigkeit und „grünen“ Initiativen, integrieren digitale Lösungen in ihre Arbeitsprozesse oder bieten diese an. KI, Augmented und Virtual Reality Unternehmen erhalten Fonds in nie dagewesenen Summen oder entsprechende Projekte werden von den Entscheidungsträgern instantiiert.

Auch Sie sind ein Akteur - handeln Sie oder werden sie gehandelt?

Es wird uns glauben gemacht, das alles wieder wie früher werden wird (damit wird im wesentlichen unser Instinkt gegenüber Veränderungen angesprochen). Doch es wird nie mehr so sein wie früher. Punkt.

Da jeder von uns selbst ein Akteur im System ist, der mehr oder minder selbst Prozesse im System auslöst, wird die Veränderung der Prozessualiserung im System notwendig auch Sie früher oder später betreffen. Dann ist die Frage, ob sie selbst ein aktiver oder passiver Akteur im (neuen) System sind oder sein wollen? Wenn Sie all das vorhergehende verstanden haben, wird die Antwort auf diese Frage sehr leicht sein, oder? Selbstverständlich spielt dabei auch eine Rolle, was für ein Mindset sie haben. Wollen Sie steuern oder werden Sie (aus Bequemlichkeit, Gewohnheit, mangelndem Selbstvertrauen) lieber gesteuert?

Und zu guter Letzt: Wer glaubt ernsthaft, das es bei nur einer Pandemie bleiben wird? Das es keine weiteren Pandemien geben wird? Mit der fortgeschrittenen Globalisierung, der Interkonnektivität von uns Menschen und Unternehemen und der üblichen Entwicklung von Viren? Diese Pandemie mögen Sie vielleicht (gerade so?) überleben ...

Nein, der Systemwandel ist (längst) da und es liegt in der Verantwortung von uns allen, welchen Platz wir darin (diesmal) einnehmen (wollen).