In Einkaufsstraßen und Fußgängerzonen trifft man häufig Spendensammler, die unser Geld wollen. Vor allem jetzt in der Weihnachtszeit. Aber: ist diese Form Spenden zu sammeln überhaupt seriös?

Johann Siebenlehen

Update:

"An der Börse wird Tesla derzeit mit 774 Milliarden Dollar bewertet. Damit ist der Hersteller von Elektroautos fast so viel wert wie alle amerikanischen, europäischen und japanischen Autohersteller zusammengenommen, die auf eine Bewertung von 806 Milliarden Dollar kommen." (faz)

Tesla ist also also mehr wert als: Toyota, GM, Honda, Daimler, BMW, Volkswagen, Volvo, Lamborghini, Ferrari, Fiat, Porsche, Citroen, Renault, Skoda, Seat, etc. zusammengenommen.

Allein Skoda verkauft fast doppelt so viele Autos wie Tesla.

Es heisst ja, Tesla sei kein Autobauer, sondern ein IT-Unternehmen. Noch wahrscheinlicher ist, dass Tesla vor allem verstanden hat, wie effektives Marketing funktioniert.

Ant Empire

Lieber Patrick,

ich stimme Dir zu, dass Tesla die Elektromobilität vermutlich (mindestens) 10 Jahre vorangebracht hat. Ansonsten finde ich bei Tesla aber überwiegend negatives. So hat die Firma Tesla z.B. in diesem Jahr einen BigBrotherAward dafür bekommen, "dass sie Autos verkauft, die ihre Insassen und die Umgebung des Autos umfassend und langfristig überwachen. Die erhobenen Daten werden permanent ausgewertet und können für beliebige Zwecke weiter genutzt werden." Weiter heißt es in der Laudatio: "Ein absolutes No-Go nach europäischem Datenschutzrecht ist auch die Dauererfassung der Autoumgebung, also des öffentlichen Raums. Wenn Menschen gefilmt und aufgezeichnet werden, die nur an einem Auto vorbei gehen, ohne dass sie sich konkret verdächtig machen, ist dies klassische illegale Vorratsdatenspeicherung. Im öffentlichen Raum rund um einen Tesla werden wir erfasst, verfolgt, gefilmt, und möglicherweise identifiziert, je nachdem, welche Technik im Auto gerade aktiv ist." Die Bürgerrechtler des Vereins Digitalcourage, der die BigBrotherAwards vergibt, kommen daher zu dem Schluss: "Die Tesla-Autos sind schlicht und einfach unzulässig."
Ich glaube das auch und bin überzeugt, dass Tesla Autos verkauft, die (eben wegen des Verstoßes gegen die DSGVO) in vielen Ländern gar nicht betrieben werden dürfen. Und damit verletzt Tesla übrigens auch unsere Grundrechte, handelt also unethisch und nicht nachhaltig. Bitte nicht als Kritik verstehen, aber mich wundert immer, dass Tesla ausgerechnet von nachhaltig denkenden Menschen so positiv gesehen wird. Für mich passt das nicht zusammen.

Beste Grüße
Ant

Stefan Ruppert

Guten Abend Patrick,

nun ich habe im Juli 2018 eine symbolische Reservierung in Höhe von 500€ bei Sono Motors plaziert. Im Dezember 2019 war ich Teil der 50 Mio Crowdfunding Aktion und habe nun 2 Sono-Punkte. ;-) Wenn es bis 2022 gut läuft dann kann ich 2 Elektroautos in meinem Örtchen zum Teilen anbieten...

Ich wollte auch mit dem ZOE am Car-Sharing goSono teilnehmen. Jedoch sagt Sono Motors, dass sie nur Autos in das Projekt um und in München aufnehmen. Bisher bin ich aber auch immer im Front-Office hängengeblieben. Somit muss ich wohl auf We GO setzen. https://wegocarsharing.com/de/

Leider fehlt hier auch die ordnende Hand. Jede Firma/Hersteller macht wieder sein/ihr eigenes Süppchen. Bei den Ladesäulen sehen wir die Auswüchse...

Die Politik versagt wieder auf ganzer Ebene: Rahmenbedingen: OFFENE SCHNITTSTELLEN FÜR LADEINFRASTRUKTUR, FÜR VERLEIH-PLATTFORMEN, FÜR GEMESSENE DATEN, etc.

Von Renault habe ich bis heute keine Antwort (Vertrag im September unterschrieben), welche Daten im Fahrzeug erhoben werden, welche Daten an Renault gesendet werden und welche Daten im Auto verbleiben und/oder bei Inspektionen ausgelesen werden. Es wird interessant wenn ich das Auto abholen werden... Wahrscheinlich muss ich mein Recht auf informationelle Selbstbestimmung laut DSGVO einklagen...

Ciao, Stefan

Patrick Held
Lieber Stefan, ich bin da 💯 bei Dir! 10 Menschen ein Auto wäre eine gute Quote. Bin mal gespannt was Du über den Zoe sagst. Ich hoffe ja immernoch, dass Sono Motors es schafft ihr Carsharingauto marktreif zu bekommen: https://youtu.be/B224CytnNXo
Stefan Ruppert

Hallo Patrick,

wenn sich 10 Leute einen Tesla teilen würden, wäre das auch ein guter Beitrag für die Verkehrswende. Es ist aber noch nicht in den Köpfen der Leute angekommen, dass es klimatechnisch als auch volkswirtschaftlich ziemlich sinnlos ist ein eigenes Auto zu besitzen...

Ich bin seit einigen Jahren privilligiert und kann auch schon vor Corona-Zeiten überwiegend im Home-Office arbeiten. Von daher brauche ich kein Auto um zur Arbeit zu fahren. Tägliches Einkaufen geht hier zu Fuss und wenn es doch mal etwas schweres gibt, kann ich mir das einzige Car-Sharing Auto hier im Örtchen mieten...

Aktuell habe ich über meine Firma ein Renault ZOE bestellt, der hoffentlich in den nächsten Tagen zugelassen werden kann. Gerne würde ich diesen mit anderen Leute Teilen. Die Resonanz ist jedoch sehr überschaubar...

Ciao, Stefan

Patrick Held
Also ich muss ja gestehen, dass ich privat großer Fan von Tesla 🔋 bin, auch wenn ich weiß, dass das Auto 🚙 in dieser Form nicht die Verkehrswende darstellt, die wir brauchen. Lastenräder 🚲 schon eher: https://blog.gls.de/mobilitaet/lastenrad-kaufen-jetzt-musst-du-es/ Was mich an Tesla beeindruckt ist der konsequente Mut zum Fortschritt 🪁und die User Experience. Spaß nicht mehr definiert in protzigem Motoren 😩heulen, sondern in witzigen Dingen🥳: https://youtu.be/pXvIzWhEWvA Darüber hinaus haben sie beim autonomen Fahren wirklich verstanden, dass es nicht um Technik sondern um Semantik👨‍🎓 geht und wie man die neuronalen Netzen mit „Shadowdriving“ beibringt: https://youtu.be/Ucp0TTmvqOE?t=6709 Elon Musk hat mal gesagt, dass der wesentliche Verdienst von Tesla darin besteht, dass Thema eMobilität 10-15 Jahre vorgezogen zu haben. Ich denke da hat er Recht, denn die anderen hätten sich sonst nur Millimeter dort hin bewegt ...☘️
Johann Siebenlehen

Guten Morgen Stefan,

Apropos Lobbyismus: Da haben sich mal Wirtschaftsfachleute mit dem Thema beschäftigt. Ich lag offenbar nicht so sehr daneben:

„weil wir in der postulierten vollständigen Emissionsfreiheit der E-Autos eine zielgerichtete industriepolitische Täuschung vermuten.“

„Es zeigt sich, dass der CO2-Ausstoß des Elektromotors im günstigen Fall um etwa ein Zehntel und im ungünstigen Fall um ein Viertel über dem Ausstoß des Dieselmotors liegt.“

Und, mein Lieblingssatz: „Der Wasserstoff, und nur er, ist die ideale Ergänzung des Wind- und Sonnenstroms.“

Zitate aus der Studie: "Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz?", vom Institut für Wirtschaftsforschung, der Uni München:
https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25…

Der Wert "30% Erneuerbare im Strommix" ist aus diesem, selbst mir etwas zu pessimistischen Vortrag, des Postwachstumsökonomen Niko Paech:
https://www.youtube.com/watch?v=0xR2JeOpzug

Hat mich auch überrascht, dass das Thema tatsächlich sowas von streitbar ist.

LG

Stefan Ruppert

Hallo Johann,

wenn es um Politik geht. Ich war schon Mitte der 90-iger auf Anti-AKW-Demos. Dann kam mit Rot-Grün der Ausstieg aus der Atomkraft, dann kam mit Schwarz-Gelb 2010 der Ausstieg vom Ausstieg und nicht einmal 1/2 Jahr später wieder der Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg... https://de.wikipedia.org/wiki/Atomausstieg#2000/2011%E2%80%932022:_%E2%…

Die Politik bzw. Parteien (hier vor allem CDU und SPD) ist/sind so sehr von Lobbyisten durchsetzt, dass ich nicht glaube das die Legislative die richtigen Weichen stellt. Vielleicht gibt es ja Ende nächsten Jahres eine Grün, Rot, Rote Regierung. Dann wird sich vielleicht etwas ändern. Aber solange die CDU oder die SPD (glaube ich nicht) den Kanzler/die Kanzlerin stellt, wird das nix mit klimaverantwortlicher Politik...

Nur meine bescheidene Meinung.

Hier ein paar Fakten: Der Primärenergieverbrauch (Kraftstoff und Strom) schneidet Strom selbst bei den Ladeverlusten im Winter 50% besser ab als Benzin und Diesel (habe ich mal für mich im Sommer berechnet und mich dann für das E-Auto entschieden!) . Und wenn man nun Windkraft-Strom gegen die Herstellung von Benzin und Diesel vergleicht wird es einem schwindelig...

Woher hast Du deine Zahlen bzgl. EE und nur 30% Marktanteil? Hier werden 46% für 2020 und 42% für 2019 ausgewiesen: https://www.heise.de/news/Erneuerbare-Energien-decken-2020-fast-die-Hae…

Jetzt aber genug für Sonntagmorgen...

Gruß, Stefan

Johann Siebenlehen

Bei einer kleinen Fahrradtour, sind mir vorhin noch paar Gedanken entgegengeweht:

Aus einem Vortrag, der mir von Admin Patrick empfohlen wurde, habe ich gelernt: Die Erneuerbaren reichen derzeit für 30% des Stromverbrauchs hierzulande. Dabei ist die Mobilität nicht mitgerechnet. Das heisst, die Erneuerbaren können nicht mal annähernd die Mobilität mit abdecken. Dass in dieser Situation, etwas hektisch, von Subventionen getrieben, Elektroautos eingeführt werden, macht nicht allzu viel Sinn. Das Elektroauto löst alleine keine Probleme. Der größere Hebel ist die Energiewirtschaft. Bis die nicht nachhaltig ist, greifen Elektroautos ins Leere, oder sind zumindest nicht akut von Nöten.

Auch wenn da vielleicht gute Absichten hinter stecken: Mit unkontrollierten Schnellschüssen, ist für die Nachhaltigkeit wenig getan. Nachhaltigkeit entsteht irgendwo zwischen pragmatischem Optimismus und Geduld. Eine überstürzte Mobilitätspolitik, oder nur halb zusammengeschraubte Autos, sehen innovativ aus, führen aber praktisch nicht weiter. Aber @Stefan, ich rede immer von Politik, dir geht es eher ums selber machen. Das ist gut, nur sollte man darüber die Politik nicht vergessen, eine gesunde Mitte finden, zwischen Visionen und Bedenken, und schauen, ob der jeweilige Schritt, jeweils auch ein Fortschritt ist.

Johann Siebenlehen

Hallo Stefan,
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Zu Tesla

Tesla ist an der Börse mehr Wert, als Volkswagen, Daimler und BMW zusammen. Dabei verkaufte allein Volkswagen letztes Jahr 11.000.000 Fahrzeuge, Tesla verkaufte in derselben Zeit einen winzigen Bruchteil davon, nämlich 360.000 Fahrzeuge.

Kommt das daher, weil Tesla einfach genialer ist?
Die große Innovation von Tesla, war es Handyakkus zusammen zu löten.

Nun, vielleicht bildet der Börsenwert von Tesla ja nicht Quantität, sondern Qualität ab?
Ein Taxiunternehmer erzählt, er "habe nie mehr Probleme gesehen als mit Tesla, zitiert Bios Tofik Ohoudi. Mit etwa 20 der Teslas sei etwas nicht in Ordnung. In einem der Elektro-Pkw sei die Servolenkung hinüber, bei einem anderen die Antriebswellen nach einigen Monaten ausgefallen. Selbst brandneue Autos wiesen einen gebrochenen Querlenker auf." Solche Berichte gibt es zu Hauf: https://www.heise.de/news/Taxiunternehmen-verklagt-Tesla-wegen-1-3-Mill…

Der Börsenwert dürfte also vor allem auf den exaltierten "Visionen" von Elon Musk basieren.
Und ehrlich gesagt, ich wüsste nicht, was wir auf dem Mars sollten. Besser wir halten die Erde am laufen.
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Zum Elektroauto Allgemein:

"Es lädt nie so flink wie im Prospekt versprochen. Es taugt eigentlich nur als Zweitwagen für die Stadt. Dafür sind mindestens 35.000 Euro auszugeben. Der Zuwachs der Zulassungszahlen gelingt logischerweise nur mit Subvention. All das muss nicht so bleiben, die Technik macht Fortschritte. Aber Stand heute sollte den Menschen nichts vorgegaukelt werden. Die Wende wird politisch erzwungen, Vorteile in der Nutzung sind bis auf lokale Emissionsfreiheit, Geräusch und Drehmoment bislang nicht erkennbar." Aber das deckt sich ja weitestgehend mit deiner Bemerkung. Artikel: https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/elektroauto-im-winter-die-wah…

Woher soll der grüne Wasserstoff kommen? Nun gut, woher soll der grüne Strom kommen?
Diese Frage steht über der Frage nach Akku oder Brennstoffzelle. Das sollte man woanders diskutieren.

LG

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