Projektleiter/-in:

Verantwortungsvoller leben: Ein Webportal zur Verbreitung von Wissen über Nachhaltigkeit

Eine Schlüsselaufgabe bei der Förderung einer nachhaltigen Lebensweise ist systematisch organisiertes Wissen. Denn nur wer weiß, welche Produkte, Maßnahmen oder Verhaltensweisen nachhaltiger sind als ihre Alternativen, kann sich verantwortungsbewusst zu ihren Gunsten entscheiden. Die systematische Sammlung, Organisation und Bereitstellung solchen Wissens über eine für diesen Zweck entwickelte Plattform kann ein enormes Potential entfalten, ähnlich wie es mit der Online-Enzyklopädie Wikipedia verwirklicht wurde.


Es geht um die Entwicklung einer Web-Plattform zur systematischen und organisierten Verbreitung von Wissen, welches eine tatsächliche Verhaltensänderung im Hinblick auf ökologische Auswirkungen der eigenen Lebensführung zum Ziel hat. Gute und praktikable Ideen und Erfahrungen können auf diese Weise denen zur Verfügung gestellt werden, die ein starkes Interesse an der Erhaltung unserer Lebensgrundlagen haben, aber nicht die Zeit und Muße finden, sich selbst durch lange Recherchen in zahlreichen Sachgebieten zum Experten zu machen und auch noch ständig auf dem Laufenden zu bleiben. Durch ein systematisch aufgebautes Verzeichnis, welches ggf. auch die eigenen Lebensumstände berücksichtigt, können zudem auch Anregungen gegeben werden, an die man bisher vielleicht noch gar nicht gedacht hat. Auf diese Weise können tatsächliche ökologische Effekte erzielt werden, für die die Plattform als Multiplikator fungieren soll.
Angesprochen werden sollen alle Personen, die den Zusammenhang zwischen individueller Lebensführung und global wirksamen Umweltfolgen erkennen und daraus eine Verantwortlichkeit ableiten. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, systematisch nach Handlungsoptionen in diesem Sinne zu suchen, aber auch eigene bewährte Ansätze einzustellen: Ein Marktplatz zur Verbreitung guter und wirksamer Ideen.


Politische Prozesse sind heute oft zu korrumpiert, um der Dringlichkeit zur Änderung unserer Lebensweise noch gerecht werden zu können. Eine individuelle Lebensführung nach selbst auferlegten strengen Prinzipien hingegen hinterlässt oft genug den faden Beigeschmack einer ambitionierten, aber nur sehr begrenzt wirkenden Gewissensberuhigung.
Aber was wäre, wenn man es schafft, Ideen für ein besseres Leben - jetzt und in der Zukunft - gemeinschaftlich zu sammeln und zu verbreiten? Wenn man einen kollektiven kreativen Prozess in in Gang bringen kann, der echte Auswirkungen hat und einen wertorientierten und verantwortungsbewussten Lebensstil wieder attraktiv macht? Wenn auf diese Weise die in Wirklichkeit längst fade gewordene narzisstische Fixierung auf die eigene Genussmaximierung durchbrochen werden kann und die Perspektive wieder weiter wird? Eine Perspektive der Verantwortung kann Sinn stiften, wenn sie konkrete Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Informationstechnologie und das Internet bieten heute nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zur Wissensaufbereitung und sozialen Interaktion. Das hier skizzierte Projekt soll sie in diesem Sinne nutzen.


Online

07.07.2019 - 31.03.2021



  • Patrick Held
    vor 3 Tagen
    Patrick Held
    Hi Peter, habt ihr schon einen ersten Prototypen oder erste Screens mit Adobe XD gebaut, die man sich anschauen könnte? https://www.adobe.com/de/products/xd.html
  • Peter Lorkowski
    vor 2 Monaten
    Peter Lorkowski

    Hallo Johannes,
    danke für die Anfrage.
    Ecosia verfolgt meinem Verständnis einen ganz anderen Ansatz: dort geht es um eine klimaneutrale Suchmaschine und um CO2-Kompensation durch Baumpflanzungen, es sei denn, mir ist etwas Neues entgangen...
    Bei uns geht es um eine umfassende Quantifizierung der sozial-ökologischen Auswirkungen von Produkten und Verhaltensweisen im Allgemeinen. Es ist also ein Berechnungsmodul für komplex vernetzte Daten über Profile von Personen, Haushalten, Produkten und Verhaltensweisen. Derzeit also noch sehr technisch und konzeptionell und aus Marketing-Sicht überhaupt nicht "sexy", soll es aber auch noch nicht sein. Wir arbeiten nämlich noch überwiegend "unter der Haube" und werden uns an einen geeigneten Partner wenden, sobald ein vorzeigbarer Prototyp existiert, an dem wir derzeit arbeiten...
    Weitere Details sind im PDF beschrieben oder können auf Anfrage dem ursprünglichen Projekt-Exposé entnommen werden (leider kann hier nur eine PDF-Datei pro Projekt angefügt werden).

  • Johannes v. Streit
    vor 2 Monaten
    Johannes v. Streit
    Hi Peter, danke dir für das Update! :) Bist du bzw. seid ihr eigentlich schon mit anderen Stakeholdern des nachhaltigkeitsuniversums im Gespräch? Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass Ecosia an ähnlichen Aufgaben arbeitet.
  • Peter Lorkowski
    vor 2 Monaten
    Peter Lorkowski

    Eine kompakte Zusammenfassung des derzeitigen Projektstatus findet man jetzt im Projekt-Anhang als pdf-Datei.

  • Peter Lorkowski
    vor 3 Monaten
    Peter Lorkowski

    Danke für das Interesse, hier ein kleines Update:
    Unser "Begriffsbaum" rund um das Thema Nachhaltigkeit (soziale und ökologische Aspekte) umfasst mittlerweile 670 Begriffe. Das Berechnungsmodul (ImpactCalculator) hat die frühe Designphase hinter sich und wird gerade getestet und gepflegt.
    Derzeit führt es eine Berechnung von sog. Impacts (CO2, Wasser, Global-Hektar, kWh, ...) anhand von vorgegebenen Personen-, Produkt- oder Haushalts-Profilen durch. Es erfolgt derzeit eine Bilanzierung anhand der Sektoren Ernährung, Wohnen, Mobilität> und IKT. Das Ganze ist aber natürlich auch bezüglich anderer Profile, Commodities und Sektoren konfigurierbar.
    Im Vordergrund der bisherigen Entwicklung stand die Modellierung (Datenbank und Berechnungsmodul) mit der Anforderung, unterschiedlichste Produkte und Dienstleistungen (z. B. 1 kg Kartoffeln, 100 km Autofahrt, 1 neues Handy, 3 Std. Livestream, ...) abstrakt und einheitlich beschreiben und nach Sektoren gliedern und auswerten zu können.
    Der nächste Schritt ist die Quantifizierung der Auswirkungen möglicher Verhaltensänderungen (z. B. Umstieg von SUV auf Kleinwagen, Vegetarier werden, weniger Wohnfläche belegen, ...) Das Ganze noch graphisch ansprechend und interaktiv präsentiert hätte bei entsprechendem Anklang schon ein gewisses Potential...

  • Patrick Held
    vor 3 Monaten
    Patrick Held
    Lieber Peter, danke für dieses Update! Wir sind sehr gespannt was ihr so macht! Wir binden Euer Wissen dann nämlich gerne auf Futopolis ein, wo sich gegen Ende November auch alle Kunden der GLS Bank leicht und einfach werden anmelden können. Dann kommt sicher noch mehr Schwung in das gemeinsame Wissensmanagment ;). Herzliche Grüße, Patrick
  • Peter Lorkowski
    vor 7 Monaten
    Peter Lorkowski

    Nach langer Abstinenz auf diesem Portal hier einige Hinweise zum Stand des Projektes:
    Es geht nach wie vor weiter, leider natürlich nicht in dem Tempo, wie wir es uns wünschen.
    Aber einige kleinere Meilensteine konnten erreicht werden:

    Es wurde ein Prototyp zur Berechnung des Ressourcenverbrauchs von Produkten und Verhaltensweisen erstellt. Er arbeitet mit XML-Dateien, in denen Basis-Rohstoffe (wie z. B. Milch, Mehl, Kakao, Stahl, Holz, Beton, ...) und Produkte (Joghurt, Brot, Auto, Einfamilienhaus, Straße, ...) und Verhaltensweisen (10 km Autofahren, 1 h Live-Streamen, 1 Kaffee trinken, ...) miteinander in Beziehung gesetzt und beliebig rechnerisch 'skaliert' werden können (z. B. zu einem Szenario wie 'Was würde es in Ressourcen ausgedrückt bedeuten, wenn alle Privathaushalte in Deutschland auf Recycling-Druckerpapier umsteigen würden?')
    Eine solche 'Skalierung' ist zentral, wenn ausgehend von individuellen Initiativen Möglichkeiten aufgezeigt werden sollen, die das Potential haben, einen Marktdruck aufzubauen und/oder politisches Handeln zu erzwingen.

    Die bereits zum Projektstart erzeugte Begriffs-Datenbank ist mittlerweile auf ~450 hierarchisch organisierte Stichworte rund um das Thema 'Nachhaltigkeit' angewachsen; es kommen laufend neue Begriffe dazu, die dann innerhalb dieser Hierarchie eingeordnet werden. Langfristige Zielsetzung dabei ist eine semantisch verknüpfte Wissensdatenbank, die aufgrund ihrer graphenbasierten Grundstruktur leistungsfähige Navigations- und Auswerteszenarien erlaubt. Statt der gewohnten Verknüpfung von Daten über einfache Links oder Volltextsuchen (die oft sehr fragwürdige Ergebnisse liefern) wird hier auf die tatsächliche Modellierung von Wissen im Sinne von echten Aussagen gesetzt. Es soll also beispielsweise möglich sein, sich nur Produkte ohne Palmöl auflisten zu lassen, ohne die Zutatenliste nach dem Begriff (oder seinen Synonymen) durchsuchen zu müssen. Auch undurchsichtige Firmengeflechte oder Lobby-Organisationen können auf diese Weise transparent gemacht werden. Graphen-Datenbanken stellen heute ein sehr mächtiges und unverzichtbares Werkzeug zur Modellierung von Wissen dar. Aus diesem Grunde stellt diese Technik das Kernelement des Projektes dar.

    Der nächste Meilenstein ist ein funktionierender Präsentations-Prototyp, der auch technisch weniger versierten Interessenten vermitteln kann, was da langfristige Ziel bei diesem Projekt ist. Jedoch ist es noch ein ganzes Stück Arbeit, für diesen Präsentations-Prototypen ein technisch solides Fundament zu erstellen. Aber wir sind dran...

    Peter

  • Peter Lorkowski
    vor 1 Jahr
    Peter Lorkowski

    Taxonomie zur Nachhaltigkeit (ca. 320 Begriffe) wurde erstellt und Prototyp zur Berechnung von Nachhaltigkeitsfaktoren wurde entwickelt. Derzeit wird an der Spezifizierung eines Präsentations-Prototypen gearbeitet.

  • Peter Lorkowski
    vor 1 Jahr
    Peter Lorkowski

    Das Projekt nimmt langsam Konturen an, es sind mittlerweile 6 Personen, die ernsthaftes Interesse gezeigt haben, was mich sehr freut!
    Es wird Zeit, so etwas wie einen Code of Conduct zu formulieren, um Bedingungen der Beteiligung transparent zu kommunizieren. Hat jemand damit Erfahrung?

  • Peter Lorkowski
    vor 1 Jahr
    Peter Lorkowski

    Das Exposé enthält jetzt in Anhang C einen groben Projektplan. Der Themenkatalog (siehe Anhang B im Exposé) ist auf 160 Kategorien angewachsen und soll in Kürze online gesetzt werden. Das Konzept für die Quantifizierung von Initiativen ist so weit konkretisiert, so dass hier bald ein Prototyp entwickelt werden kann.