Hallo liebe Futopolis Community,

wie ihr vielleicht mitbekommen habt, haben wir vor Kurzem unser Ratenkaufmodell auf kleine Stecker Solaranlagen ausgeweitet und dachten uns, dass euch unsere Erfahrungen der ersten Wochen vielleicht interessieren.
Zunächst sind wir sehr glücklich über das rege Interesse und waren fasziniert von den vielen verschiedenen Beweggründen die unsere Kunden dazu bewogen haben, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Von Klimaschutz, Kostenersparnis bis zum Nachbarschaftsstreit war alles dabei 😄.
Am ärgerlichsten fanden wir aber einen Fall, bei dem eine schöne Dachfläche zum Ausbau einer großen Anlage zur Verfügung stand. Im Gespräch stellte sich heraus, dass seit Jahren der Wille besteht darauf eine große Anlage zu bauen, eine EEG-Vergütung aufgrund freiberuflicher Tätigkeit aber nicht möglich sei (oder zumindest vom Steuerberater nicht empfohlen). Eine Stecker Solaranlage ist da zwar ein Notnagel, aber es ist traurig wie unnötig schwer es der Energiewende teilweise gemacht wird. Vor allem bei Leuten die sich selbstständig engagieren wollen.
Das sieht man leider auch bei den Stecker Solaranlagen selbst... wer Lust auf ein wenig Lesestoff hat, für den holen mal ein bisschen aus.

"Es könnte so schön sein" - eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2016 sieht vor, dass für kleine Anlagen unter 0,8kWp eine Bagatellregelung geschaffen werden soll. Diese ist in Deutschland auch im Jahr 2020 noch nicht umgesetzt. Das lässt Stecker Solaranlagen in einem rechtlich nicht abschließend geklärten Bereich zurück, der sich vor allem direkt bei der Anmeldung beim Netzbetreiber äußert.
Von einigen Kunden haben wir hier von Gängelungen gehört, die wir in dieser Form wirklich nicht erwartet hätten, hauptsächlich auf der Basis, dass:

- die Installation nach VDE AR-N-4105 (erfordert einen eingetragenen Elektrofachbetrieb) erfolgen muss
>Nein, es gibt weder Gesetz noch Norm, worauf man sich für diese Forderung berufen kann. Die Anlage darf selbstständig montiert werden.

- einer Einspeisung über die Steckdose nicht zugestimmt werden kann
>Es Bedarf keiner Zustimmung des Netzbetreibers, sondern nur der Anmeldung. Solange der Wechselrichter die nötigen Normen erfüllt (ist bei unseren Modellen der Fall) hat der Netzbetreiber hier keine Handhabe.

- der Zähler getauscht werden muss. Die Kosten hierfür, sowie für den Elektriker, fallen dem Kunden zu
>Meistens falsch - und dreist. Sollte der Zähler nicht über eine Rücklaufsperre verfügen, darf der Netzbetreiber einen neuen Zähler setzen lassen. Falls der Anschlussinhaber allerdings versichern kann, dass es zu keinem Stromrückluss außerhalb der Messtoleranz kommt (i.d.R. 4% des Jahresstrombezugs), muss der Netzbetreiber die Kosten selbst tragen!
(Achtung: Diese Erklärung nicht leichtfertig abgeben, sondern erst genau prüfen!) Selbst wenn dies nicht sichergestellt werden kann ist eine volle Weitergabe der Kosten rechtlich allerdings fraglich, da man ja lediglich für einen vorzeitigen Zählertausch verantwortlich ist, nicht allerdings für den Zählertausch an sich.

(Angaben gelten bei Anlagen bis 600W, wir berufen uns größtenteils auf Einschätzungen der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie, die unter www.pvplug.de eine hervorragende Informationssammlung unterhält!)

Zum Glück sind diese Fälle die Ausnahme und bei den meisten Kunden geht die Anmeldung ohne Probleme vonstatten, aber es ist dennoch ärgerlich, dass es diese Fälle überhaupt gibt. Falls es bei euch doch dazu kommt meldet euch gerne bei uns! Gemeinsam hält die Energiewende auch kein bockiger Netzbetreiber auf!

Hoffentlich haben wir euch nicht abgeschreckt, sondern motiviert euch auch eine kleine Solaranlage für Balkon, Terrasse oder Garten zu besorgen - wenn das über uns wäre freuen wir uns natürlich umso mehr 🙂.
Auf jeden Fall überwiegen für uns nach den ersten Wochen die positiven Erfahrungen und freuen uns noch mehr Menschen an der Energiewende beteiligen zu können.

Wir wünschen eine sonnige Woche und bis bald! ☀️

- Johannes vom Golfstrom Team

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