Engagement der GLS Bank in der Region Bochum: Ist das ein Monitor oder kann das weg?

In Deutschland werden jährlich pro Person 22,8 kg Elektroschrott weggeworfen. Damit liegt Deutschland weltweit auf dem fünften Platz. Aber warum sollte man einen Monitor wegwerfen, wenn er noch funktioniert?

Durch die Systemumstellung war die GLS Bank im letzten Jahr gezwungen 600 Monitore auszutauschen, obwohl viele noch gut funktionierten. Gegen Spende wurden die alten an die Mitarbeiter*innen verschenkt. Trotzdem blieben noch 275 Monitore und damit 1.100 kg Elektroschrott übrig. Kurz vor der offizieller Entsorgung fanden die ausgedienten, aber noch voll funktionsfähigen Bildschirme fünf neue Bleiben:

Die drei anthroposophischen Einrichtungen: Troxler-Haus e.V., ODILIA e.V. (Gemeinschaft mit seelenpflege-bedürftigen Menschen) und IONA e.V. (Lebensgemeinschaften für Menschen mit Behinderungen) haben insgesamt 75 Monitore angenommen, die sie in ihren Einrichtungen verwenden und wiederum an ihre eigenen Mitarbeitenden weitergeben.

Die ÖKOBAU gGmbH in Köln, ein Qualifizierungs- und Beschäftigungsträger für langzeitarbeitslose Jugendliche, nahm insgesamt 150 Monitore ohne Standfüße an, die vorher die Kolleg*innen in der Telefonie verwendet haben. Die Mitarbeitenden der ÖKOBAU gGmbH qualifizieren sich derzeit zu Schreinergesell*innen und werden aus Holz und Metall eigene Standfüße nachbauen und die upgecycelten Monitore anschließend verkaufen.

Das Pflegebüro Bahrenberg fand schließlich ein Speditionsunternehmen, das unsere restlichen 50 Monitore neben 40 Pflegebetten und Nachtschränkchen pro bono nach Kreta/Griechenland transportiert hat. Betten und Schränke konnten wir über unseren Kunden Clarenbachwerk Köln gGmbH vermitteln. Diese wurden an zwei Hausarztzentren und eine Schule gespendet. Aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise und der massiven Einsparungen in Griechenland ist das öffentliche Gesundheitssystem in einem desolaten Zustand. Seit der Krise 2008 sind drei von elf Millionen Griechen nicht mehr krankenversichert und müssen für einen Krankhausbesuch oftmals eigene Medikamente und Bettzeug mitbringen.

Auch als nachhaltiges Unternehmen verbrauchen wir als GLS Bank täglich Ressourcen und produzieren Elektroschrott. Funktionierende Monitore wegzuwerfen war für uns undenkbar und Abnehmer zu finden, war eine Herausforderung.

Durch die werteorientierte Kundenbetreuung haben sich aus den gespendeten Monitoren insgesamt zwei Darlehensanfragen in Höhe von acht Millionen Euro ergeben. Das Kreditteam Soziales aus der Region Bochum arbeitet nun an der Anfrage zur Umsetzung von barrierefreiem Wohnraum für Menschen mit und ohne Behinderung sowie dem Neubau einer Kita und zwei Tagespflegeeinrichtungen.

Das all dies Möglich wurde ging auf die Ideen und die Organisation der jungen Kollegen Caroline Wengler und Khoa Ly zurück. Danke für Euren Einsatz!

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Astrid Hader

Toll!

Rolf Wagner

👍👍🏻👍🏿 Erfolgsgeschichten machen Mut! 👍🏼👍🏾👍